Erweiterte Führungszeugnisse

1. Das Bundeskinderschutzgesetz vom Staat:

Das Gesetz soll der Kindeswohlgefährdung vorbeugen und verhindern, dass einschlägig vorbestrafte Personen Aufgaben in der Kinder- und Jugendarbeit wahrnehmen. Dieses Gesetz gilt auch für uns als KjG und zwar für jede Pfarrei.

2. Das Bischöfliche Gesetz

Das Bischöfliche Gesetz wurde überarbeitet und gilt seit 10.11.2015 in seiner neuen Fassung, die - analog zum Bundeskinderschutzgesetz - auch von Ehrenamtlichen je nach Art, Intensität und Dauer des Kontakts zu Kindern und Jugendlichen die Einsicht in ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis verlangt. Sollte jemand einschlägig vorbestraft sein, muss verhindert werden, dass er/sie weiterhin in Kontakt mit Kindern und Jugendlichen kommt. 

Wie hängen beide zusammen?
Ganz einfach, der Staat schreibt ein Gesetz vor, an das wir uns halten müssen. Der Bischof unterstützt dieses Vorhaben und möchte auch an alle seine kirchlichen Haupt- und Ehrenamtlichen herantreten, falls sie dem Staat als Gruppen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, nicht vorliegen. Der Bischof will mit seiner Aufforderung allen Gruppierungen seiner Diözese die Sicherheit verschaffen, dass ihre Arbeit sich gesetzeskonform für das Kindeswohl einsetzt.

Was müssen wir jetzt machen? Hier die wichtigsten Fakten:
Die Vereinbarung mit dem Jugendamt

Das zuständige Jugendamt kann auf euch (Pfarrjugendleitung) zukommen, in dem es euch einen Brief mit einer Vereinbarung zuschickt. Dann geht es wie in den Erläuterungen für das weitere Vorgehen beschrieben weiter. 

Bevor ihr nun was startet, nehmt euch die Zeit und schaut euch die Checkliste für das weitere Vorgehen an!

 

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Checkliste für das weitere Vorgehen

Checkliste für das weitere Vorgehen

 

 

Das Bischöfliche Gesetz

Wenn das Pfarrbüro, der Pfarrer oder der KGR auf euch zukommt (wegen dem bischöflichen Gesetz), dann könnt ihr ihnen sagen, dass ihr vom KjG-Diözesanverband schon informiert seid, dass das staatliche Gesetz dasselbe fordert und ihr dran seid dieses umzusetzen.

Daher empfehlen wir, auch wenn ihr bisher keine Vereinbarung mit dem Jugendamt getroffen habt, die erweiterten Führungszeugnisse eurer GruppenleiterInnen vorlegen zu lassen. Wir empfehlen euch auch die Einsicht in die erweiterten Führungszeugnisse durch euer Pfarrbüro (oder ein Jugendreferat) verwalten zu lassen (die MitarbeiterInnen sind zur Verschwiegenheit verpflichtet und mit den Betroffenen nicht so eng freundschaftlich verbunden wie ihr).

Wir haben für euch eine Checkliste für das weitere VorgehenErläuterungen für das weitere Vorgehen und den Ablauf für die Einsichtnahme erweitertes Führungszeugnis, sowie weitere Materialien zusammengestellt, damit ihr eine für euch vor Ort passende Umsetzung angehen könnt.

Kinder- und Jugendschutz ist uns in der Verbandsarbeit schon lange wichtig, weshalb wir die Schulungen auf den KjG-Kurspaketen und präventive Maßnahmen in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen einsetzen! Diese Bausteine halten wir nach wie vor für sehr wichtig und auch für sinnvoller als die reine Einsicht in ein Führungszeugnis!

Wenn ihr noch Fragen habt, oder es Probleme mit dem Jugendamt oder ähnlichem gibt, dann meldet euch bei uns! Wir helfen euch weiter!

Checkliste für das weitere Vorgehen

Checkliste für das weitere Vorgehen

Liste Tätigkeiten mit Empfehlung zur Einsicht

Liste Tätigkeiten mit Empfehlung zur Einsicht

Damit nicht jede Gruppe vor Ort überlegen muss, wer ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen muss, hat der BDKJ eine Liste der Tätigkeiten mit Empfehlungen zur Einsicht ins Führungszeugnis ausgearbeitet. Ergänzt diese Liste mit den Tätigkeiten, die Ehrenamtliche bei euch ausführen (z.B. Gruppenstunde, Zeltlager, Kindertag,…).

Verständigt euch darüber, ob für die jeweilige Tätigkeit die Vorlage eines erweiterten polizeilichen Führungszeugnisses nötig ist. Diese Liste ist auch die Grundlage für eine Vereinbarung mit dem Jugendamt. Anhand dieser Liste könnt ihr feststellen, welche Ehrenamtlichen bei euch vor Ort ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen müssen.

Das Führungszeugnis beantragen

Das Führungszeugnis beantragen

Das erweiterte Führungszeugnis ist für ehrenamtliche Tätigkeiten - also auch für euch - kostenlos. Damit die GruppenleiterInnen das Führungszeugnis kostenlos beantragen können, muss die Pfarrleitung für jedeN GruppenleiterIn ein Anforderungsschreiben ausfüllen und unterschreiben. Wichtig dabei ist, dass Name und Anschrift des Trägers angegeben sind. Träger ist die KjG-Pfarrgemeinschaft, also z.B. KjG Musterstadt, Musterstr. 11, 77777 Musterstadt. Wenn ihr einen Stempel habt, nutzt ihn!

Mit dem Anforderungsschreiben muss jedeR GruppenleiterIn persönlich auf die Gemeindeverwaltung ins Einwohnermeldeamt gehen und das erweiterte Führungszeugnis beantragen. Dieses bekommt sie/er dann per Post zugeschickt.

Die Einsichtnahme

Die Einsichtnahme

Die Führungszeugnisse müssen im nächsten Schritt kontrolliert werden. Um die Pfarrjugendleitungen vor Ort zu entlasten, bietet es sich an, dass ihr die Einsichtnahme an eine zuständige Stelle z.B. an das Pfarrbüro, Jugendreferat, etc. delegiert. Dies kann mit der Vorlage Beauftragung zur Einsichtnahme schriftlich vereinbart werden.

Damit die zuständige Stelle die Einsichtnahme übernehmen kann, muss die Pfarrjugendleitung eine Liste mit allen LeiterInnen, von denen sie ein Führungszeugnis angefordert hat, an die zuständige Stelle schicken:

JedeR GruppenleiterIn muss nun das Führungszeugnis (das sie/er per Post erhalten hat) der zuständigen Stelle vorlegen. Entweder indem man persönlich bei der zuständigen Stelle vorbeigeht oder indem man das Führungszeugnis per Post schickt. Die Datenschutzerklärung muss von jeder und jedem einzelnen GruppenleiterIn selbst ausgefüllt und mitgeschickt werden.

Nach der Einsichtnahme meldet die zuständige Stelle der Pfarrjugendleitung zurück, von wem sie ein Führungszeugnis bekommen hat und ob eine einschlägige Vorbestrafung enthalten ist (nur ob, nicht welche!!!) oder nicht. Somit weiß die Pfarrjugendleitung dann, ob sie ggf. jemanden ausschließen muss. Beendet einE GruppenleiterIn die ehrenamtliche Tätigkeit, sagt sie/er der zuständigen Stelle Bescheid, dass diese den Vermerk über das Führungszeugnis löschen kann.

Ablauf zur Einsichtnahme für das erweiterte Führungszeugnis

Ablauf zur Einsichtnahme für das erweiterte Führungszeugnis

Die Vereinbarung mit dem Jugendamt

Die Vereinbarung mit dem Jugendamt

Auch wenn das Jugendamt noch nicht auf euch zugekommen ist, empfehlen wir euch, die erweiterten Führungszeugnisse eurer GruppenleiterInnen vorlegen zu lassen. Wir empfehlen euch auch die Einsicht in die erweiterten Führungszeugnisse durch euer Pfarrbüro (oder ein Jugendreferat) verwalten zu lassen (die MitarbeiterInnen sind zur Verschwiegenheit verpflichtet und mit den Betroffenen nicht so eng freundschaftlich verbunden wie ihr). Diese Vereinbarung sollte im Großen und Ganzen der Mustervereinbarung entsprechen. Wenn das nicht so ist oder wenn ihr Hilfe braucht, dürft ihr euch gerne an uns wenden!

Uns ist wichtig, dass ihr nicht irgendetwas unterschreibt!

Wenn in der Vereinbarung Punkte aufgeführt sind, die ihr nicht versteht oder von denen ihr denkt, dass ihr sie so nicht einhalten könnt, dann unterschreibt die Vereinbarung auch nicht in dieser Form. „Vereinbarung“ bedeutet, dass man gemeinsam überlegt, was festgehalten wird. Das Jugendamt macht einen Vorschlag - jeder freie Träger hat aber das Recht, eine eigene Vereinbarung mit dem Jugendamt zu beschließen und die Inhalte individuell zu verhandeln.

Besonders wichtig ist, dass in der Vereinbarung die Tätigkeiten festgehalten werden sollen, die bei euch üblich sind (z.B. Gruppenstunde, Zeltlager, Kindertag,…) und ob dafür jeweils die Vorlage eines erweiterten polizeilichen Führungszeugnisses nötig ist (siehe Liste Tätigkeiten mit Empfehlung zur Einsicht).

Ansonsten sollte ein volljähriger der KjG-Pfarrleitung die Vereinbarung unterschreiben und zurückschicken. Damit verpflichtet ihr euch, dass ihr von allen euren GruppenleiterInnen, die regelmäßig mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben, ein erweitertes Führungszeugnis anfordert und falls diese einschlägig vorbestraft sind, verhindert, dass sie weiterhin in Kontakt mit Kindern und Jugendlichen kommen.

 Bevor ihr nun was startet, nehmt euch die Zeit und schaut euch die Checkliste für das weitere Vorgehen an!

Vorlagen und Materialien

Vorlagen und Materialien

Alle Vorlagen könnt ihr passend für euch vor Ort abwandeln und nutzen:

 

Neben den Vorlagen findet ihr auch hier weiterführende Materialien wie das Bischöfliche Gesetz, das Bundeskinderschutzgesetz und unterstützende Materialien zu der Thematik.

Kontakt und Unterstützung

Kontakt und Unterstützung

KjG-Diözesanstelle Rottenburg-Stuttgart
Daniela Klaß
KjG-Bildungsreferentin
Antoniusstr. 3
73249 Wernau

 07153 3001-127
dklass@bdkj.info